Agenturen der Zukunft

Herzlich Willkommen zur ersten Studie des kollaborativen Think Tanks „Agenturen der Zukunft“. Gemeinsam mit zehn Agenturpartnern und fünf Leistungspartnern haben wir von Mai bis November 2012 die zentralen Herausforderungen bestimmt und die Elemente neuer Agentur-Modelle identifiziert. Wir haben uns gefragt, warum es Agenturen so schwer fällt, sich neu zu erfinden und was passiert, wenn nichts passiert. Diese Webseite gibt einen Überblick über die zentralen Ergebnisse. Sie können sich die Langfassung der Studie als kostenloses PDF und Ebook herunterladen oder das 120 seitige Werk in gedruckter Form kaufen. Außerdem haben wir eine Slideshare-Präsentation vorbereitet. Die Fotos der zwei Workshops geben Einblicke in die gemeinsame Arbeit. 2013 werden wir den gemeinsamen Aufbruch weiter vorantreiben.

Herausforderungen
Der gesellschaftliche Wandel stellt Agenturen vor große Herausforderungen jenseits ihres Tagesgeschäfts. Auf sozialer Ebene gibt es einen Wandel hin zu einer Netzwerkgesellschaft mit ihrer stärkeren Betonung von Kooperationen, Beziehung und Netzwerken. Technologisch unterspült die Digitalisierung die Arbeitsweisen, Strukturen und Geschäftsmodelle der Agenturen von innen. Kulturell übernimmt eine neue Generation das Sagen. Darüber ändern sich die Einstellungen zur Arbeit. Ökonomisch müssen sich Agenturen mit einer wirtschaftlichen Dauerkrise, Wachstum im Osten und Stagnation im Westen auseinandersetzen.
Sozialer
Wandel
Technologischer
Wandel
Kultureller
Wandel
Ökonomischer
Wandel
Netzwerkgesellschaft. Die Netzwerkgesellschaft wird die Agenturwelt von morgen entscheidend prägen. Netzwerke, Beziehungen und Kooperationen sind der wichtigste Treiber. 85% der 134 befragten Branchen-Insider sind dieser Meinung. Denn Agenturen sind immer weniger in der Lage, ihre Aufträge allein umzusetzen. Sie sind mehr und mehr auf die Mitarbeit von Freien, Spezialisten, anderen Agenturen und Dienstleistern angewiesen. Daraus resultieren viele Reibereien und Konflikte intern und mit externen Partnern.
Andere Formen des Austausches, Wissensmanagements und der Zusammenarbeit sind erforderlich. Je breiter sich das Leistungsspektrum von Agenturen ausdehnt, desto weniger können sie mit den bisherigen Strukturen arbeiten und desto stärker müssen siea die Logiken der Netzwerkgesellschaft übernehmen. Aber weder ihr Selbstbild noch ihre Strukturen, Arbeitsweisen oder Honorierungen sind darauf ausgelegt. Denn Netzwerke lassen sich nicht über Egos, Anweisungen und Kontrolle führen. Sie basieren auf Empathie, Motivation und Austausch.
Herausforderungen Grafik
Neue Agentur-Modelle
Die Zeiten der Übersichtlichkeit sind vorbei. Früher gab es wenige Agentur-Modelle. Man war entweder Netzwerkagentur oder inhabergeführt. Man war entweder auf Full-Service ausgerichtet oder Spezial-Anbieter. Man verdiente über Rahmenverträge oder Projektgeschäft. Zukünftige Agentur-Modelle werden auf einer deutlich breiteren Klaviatur spielen. Gefragt nach bewahrenswerten und zukünftigen Agentur-Kompetenzen kommt dies deutlich zum Ausdruck. Bewahrenswert ist einzig die Kreativität. Zukünftig müssen Agenturen vor allem flexibel, innovativ und vernetzt sein. Sie werden sich anderer Arbeitsweisen bedienen, sich anders organisieren und anders Geld verdienen. Sie brauchen flexible Arbeitsweisen, vernetzte Organisationsstrukturen und innovative Geschäftsmodelle. Dieses Kapitel stellt die Zutaten für mögliche neue Modelle zukünftiger Agenturen vor.
Neue
Arbeitsweisen
Neue
Organisationsstrukturen
Neue
Geschäftsmodelle
Agiler, schlanker, offener, durchlässiger, spielerischer,... Wenn Ziele stabil und Aufgaben klar sind, wenn die Medienkanäle übersichtlich und die Nutzung vorhersehbar sind, wenn das eigene Portfolio beschränkt und die Stimme der Konsumenten keine Rolle spielt, dann sind bisherige Arbeitsweisen effektiv und effizient. Aber solche Situationen werden rar. Als Reaktionen adaptieren Agenturen agile Arbeitsweisen aus der Software-Entwicklung wie Rapid Prototyping, Kanban, Scrum oder
Hackathons. Sie orientieren sich an der Entscheidungslogik erfolgreicher Unternehmer (Effectuation) und Start-Ups (Lean Start-Up Movement). Agenturen entdecken das Service-Design, verbessern mit Enterprise 2.0 den internen und externen Austausch und steigen in Co-Working-Spaces ein. Sie steigern durch die Einführung von Spielprinzipien den Spaß an der Arbeit. Sie räumen zusätzliche Freiräume jenseits des Tagesgeschäfts ein und eignen sich laterale Führungsfähigkeiten an.
Neue Agenturmodelle Grafik
Erste Schritte!?
Es muss etwas passieren. Darin ist man sich einig. Nur 3% der befragten Agentur-Insider sehen keinen akuten Handlungsbedarf. Sechs von zehn Befragten sind der Meinung, dass Agenturen sich grundlegend neu aufstellen müssen, um in Zukunft bestehen zu können. Für die verbleibenden 39% ist derzeit noch alles in Ordnung, aber auch sie spüren, dass Agenturen sich ändern müssen. In der Tat wirkt die derzeitige Auftragslage als Anästhetikum. Ohne akute wirtschaftliche Not fällt es Agenturen schwer, sich zu erneuern. Denn traditionell orientieren sich Agenturen an ihren Kunden. Aber die Herausforderungen liegen jenseits des Tagesgeschäfts. Für 2020 bewerten die Teilnehmer des Social Forecastings ein Extrem-Setting, in dem Agenturen sich nicht ausreichend erneuert haben, die Branche von einer Insolvenzwelle erfasst wird und in einem mörderischen Preiswettbewerb steckt, mit einer Wahrscheinlichkeit von immerhin 29%. Das Ende einer Ära ist also durchaus im Rahmen des Möglichen.
Interne Unklarheit. Die wesentlichen Gründe für diesen „Zustand verbaler Aufgeschlossenheit bei gleichzeitiger Verhaltensstarre“ (Ulrich Beck) sind interner Art. Für die 134 befragten Branchen-Kenner herrscht allgemeine Unklarheit über die Art der Veränderung (76%) und es mangelt an interner Veränderungsbereitschaft (53%).
Man denkt zu groß und vergisst, erste Schritte zu gehen (48%). Fehlende Finanzmittel für eine Veränderungen (35%) sowie eine mangelnde Veränderungsbereitschaft auf Kundenseite (35%) sind überraschenderweise eher untergeordnete Hindernisse.
Erste Schritte Grafik
SZENARIEN
Vier Szenarien beschreiben mögliche Agenturwelten im Jahr 2025. Diese Szenarien sind anhand der beiden größten Unsicherheiten kreiert: Sind die nächsten zwölf Jahre von wirtschaftlichem Aufschwung oder Rezession geprägt? Und: Schaffen Agenturen eine Erneuerung oder machen sie weiter wie bisher? Während die wirtschaftliche Gesamtsituation jenseits des Einflussbereichs von Agenturen liegt, kann die Branche bei der Frage der eigenen Erneuerung das Heft des Handelns in die Hand nehmen und die eigene Zukunft gestalten.
Szenario
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Szenario
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Szenario
4
Auf zu neuen Ufern. Wirtschaftlicher Aufschwung trifft auf neue Agenturen. Neue Agenturen sind Teil eines neuen wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Erneuerung wurde angetrieben durch Freelancer, die begannen sich anders zu
organisieren und anders zu arbeiten. Sie orientierten sich an Start-Ups und rückten Glück und Sinnstiftung in den Mittelpunkt. Nach und nach folgten etablierte Agenturen mit neuen Führungskräften.
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Initiatoren
Jörg Jelden
Jörg Jelden ist Initiator und Leiter des Think Tanks. Als unabhängiger Experte für Ausblicke und Aufbrüche hilft er seinen Kunden, die Zukunft für ihre Gegenwart zu nutzen. Jörg Jelden identifiziert gemeinsam mit ihnen neue Chancen, schafft Orientierung und bereitet wichtige Entscheidungen mit vor. Seine Auftraggeber begleitet er bei den ersten Schritten ihrer Erneuerung und ist ein verlässlicher Partner für unsichere Zeiten. Jörg Jelden hat mehr als acht Jahre Erfahrung in der Trend- und Zukunftsforschung, ist Alumni des Oxford Scenarios Programme und Metaplan Practitioner. Zudem ist er ein gefragter Referent, Kurator von Innovationskonferenzen und Autor diverser Zukunftsstudien.
Tanja Weber & Maria Angerer
Tanja Weber und Maria Angerer von frührot sind Ko-Initiatorinnen des Think Tanks. frührot – das Konvergenzbüro, ist eine Consultingagentur mit Sitz in Wien, die Innovationen in die Realität umsetzt. Im Winter 2012/2013 wird frührot ein Folgeprojekt in Kooperation mit der Strategie Austria zur Kreativwirtschaft in Österreich starten.

Agenturpartner

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Leistungspartner

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