Hinnehmen oder gestalten?

Dirk Bathen — am: 07. December 2012
Herausforderungen, Veränderungsbarrieren

Gestern veröffentlichte die HORIZONT ein Interview mit Jean-Remy von Matt. Darin sagte der JvM-Gründer über die Arbeitsbelastung in der Agenturbranche: “Wer eine ausgewogene Work-Life-Balance anstrebt, ist für unseren Beruf wenig geeignet.” Auf Facebook wurde dieses Statement harsch kritisiert. Mit Recht. Wer die Spielregeln der neuen Ökonomie nicht versteht, darf sich nicht wundern, wenn die Agenturbranche für kreative Talente nicht mehr attraktiv ist.

Man kann es entweder hinnehmen, dass die Branche keine ausgewogene Work-Life-Balance bietet – oder man kann es ändern. Und ändern können es vor allem die “Entscheider”, wie es in der Branchensprache so schön heißt. Denn die sind in der Position, die Zukunft mit zu gestalten. Wenn sich aber selbst diejenigen mit Gestaltungsmacht auf den Sachzwängen ausruhen und sie als naturgegeben hinnehmen, ist das nichts anderes als ein realitätsverweigerndes Ausruhen auf dem Status Quo in der Hoffnung, dass alles so weiter läuft wie bisher. Ob das der richtige Weg ist?

Ich fühle mich an ein Zitat von Friedrich Hölderlin erinnert. Von ihm stammt der Satz: “Was kümmert mich der Schiffbruch der Welt, ich weiß von nichts, als meiner seligen Insel.”

Und – weil das Thema auch gut zum Wochenende passt – fällt mir dazu auch noch ein Motiv der Holsten-Kampagne ein.